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Camera obscura: Lochkamera - Pinhole - Sténopé
Lochkamera selber bauen - mit allen Bauteilen - und fertige Kameras
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Erich S. Schilhabel - Zur Wache 11 - D-36208 Wildeck - Tel./Fax: 0049 (0) 6626 - 598

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Schnellkurs:

Fotos mit der Lochkamera 9x12 (9x13)

Wenn die Lochkamera aufgebaut ist und man sich von der Abbildwirkung der Lochblende überzeugt hat, dann kann das Fotografieren beginnen.

Am besten hat man im Fotolabor schon vier Schalen 13/18 für den Schwarzweißprozess bereitgestellt. Laborschalen der Größe13x18cm sind für die Fotopapiere und Filme bei 9x13cm bzw. 9x12cm hinreichend groß und benötigen nur 1/4 Liter Arbeitslösung.


1. Schale: Entwickler (ca.1/4 Liter Lösung: 1 Teil Entwicklerkonzentrat + 7 Teile Wasser, Zimmertemperatur ca. 20° C, Fotopapier: 1 - 2 Minuten, Film: 5 - 7 Minuten)
2. Schale: Wasser
3. Schale: Fixierbad (ca. 1/4 Liter Lösung: 1 Teil Fixierbadkonzentrat + 7 Teile Wasser, Zimmertemperatur, ca. 5 Minuten, länger - bis 30 Minuten - schadet nicht!)
4. Schale: Wasser

1. Laden der Kamera
a) mit Fotopapier: Bei Dunkelkammerlicht wird die Vorratspackung Fotopapier 9x13 geöffnet und daraus ein Blatt mit der lichtempfindlichen Seite nach oben in das Fotorückteil eingelegt. Die Schichtseite spiegelt und fühlt sich leicht klebrig an (Gelatine). Ein Photosticker (doppelseitiger Klebestreifen) verhindert ein Verrutschen / Umfallen des Aufnahmematerials.
b) mit orthochromatischem Film: Genau wie beim Fotopapier achte man darauf, die Schichtseite (grau) nach oben (zur Lochblende) auszurichten. Legt man den Film falsch ein, muss das Licht erst durch die Lichthofschutzschicht dringen: das Negativ zeigt eine sehr viel geringere Schwärzung.

Dann Fotorückteil ans Kameragehäuse ansetzen - die Mattscheibenbox darf nicht mehr darinnen stecken - und das Blendenloch verschließen. Papiervorrat/Filmvorrat wieder lichtdicht verpacken, die Lochkamera ist fertig geladen zur 1. Aufnahme.
Tipp: Statt den Daumen als Verschluss vor das Blendenloch zu halten, kann man bequemer dazu den Blendenschieber benutzen, indem man ihn beidseitig je 1 cm überstehen lässt.

2. Fotografieren
Die Lochkamera vom Stativ oder fester Unterlage aus auf das Motiv ausrichten, Lochblende freigeben und je nach Lichtverhältnissen belichten. Kamera nicht bewegen, nicht wackeln!

(Tipp: Bei Sonnenlicht kann bei großer Blende eine Belichtungszeit von 20 Sekunden auf Fotopapier/ 3 Sekunden auf Film recht gute Fotos ergeben. In den Lehrerhandreichungen ist erläutert, wie man die Blende seiner Lochkamera berechnen und die Belichtungszeit annähernd bestimmen kann. Bei Kauf des Blendenschiebers liegt eine Belichtungszeit -Tabelle bei.)
Lochblende direkt nach der Aufnahme wieder verschließen und zurück ins Fotolabor.

3. Entwickeln
Bei Dunkelkammerlicht das Fotopapier wieder aus dem Fotorückteil entnehmen und zügig in den Entwickler eintauchen. Am besten mit der Schichtseite nach oben, damit man den Entwicklungsvorgang beobachten kann. Durch leichtes Wippen der Schale für Bewegung des Entwicklers sorgen. Schon nach wenigen Sekunden erscheint wie durch Zauberei die Abbildung. Nach 90 Sekunden ist das Bild ausentwickelt: ein Negativ, seitenverkehrt!
Die Beurteilung des 9x12-Filmnegativs fällt bei Dunkelkammerlicht noch schwerer als beim Fotopapier. Die Emulsionsseite des Films kann im nassen Zustand sehr leicht beschädigt werden, weshalb man am besten sehr vorsichtig mit Gummihandschuhen den Film von Bad zu Bad weiterreicht, keineswegs also mit den Bilderpinzetten. Vorsicht, keine Chemikalien verschleppen!

(Tipp: Ist das Bild auch in den Schattenpartien zu dunkel, dann den nächsten Versuch mit halbierter Belichtungszeit (z.B. 10 Sekunden) starten. Ist das Bild zu hell, die Belichtungszeit (z. B. auf 40 Sekunden) verdoppeln.

4. Fixieren

Mit einer Bilderzange das entwickelte Foto aus dem Entwickler heben und über eine Ecke abtropfen lassen, kurz in der 2. Schale wässern und anschließend in das Fixierbad gleiten lassen. Bei leichter Bewegung des Fixierbades ist dieser Prozess nach 5 - 10 Minuten abgeschlossen.

(Tipp: Die für den Entwickler bestimmte Bilderzange nicht mit eintauchen, sonst wird Fixierbad (sauer) zurück in den Entwickler (basisch) verschleppt und dieser zunehmend neutralisiert.
Befinden sich mehrere Fotos zugleich im Fixierbad, dann dürfen sie nicht zusammenkleben, sonst bleiben sie partiell unfixiert und vergrauen später bei Tageslicht.)

5. Wässern
Bei Filmen und kunststoffbeschichteten Papieren reicht mehrfaches Abspülen, damit die Fotochemikalien nicht weiterwirken.

6. Trocknen
Kunststoffbeschichtete Papiere trocknen an der Luft faltenfrei. Zur Beschleunigung kann ein Haarföhn oder Heißlufttrockner eingesetzt werden. Die für Barytpapiere notwendigen Trockenpressen hier besser nicht benutzen, denn sie werden zu heiß und lassen kunststoffbeschichtete Fotopapiere (PE-Papiere) unrettbar verkleben.


Die Filmnegative mit einem Netzmittel behandeln, dann trocknen sie fleckenfrei. Dazu eignet sich keines das Haushaltsspülmittel, weil die darin enthaltenen Zusatzstoffe zwar angenehm riechen, auf den Filmen aber Schlieren hinterliessen! Netzmittel für Filme verwenden!

Viel Erfolg! Und bei Fragen schicken Sie mir eine E-Mail!

 

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